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Inchstones Blog

Was gibt es neues im Bereich der Psychologie, der Forschung über ADHS und ASS, der psychischen Gesundheit und des Lernens und der Ausbildung? In diesem Blog sammle ich Artikel über diese Themen.

ADHS / ASS Diagnosen an den Augen ablesbar?

Die Netzhaut reagiert bei ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung) und ASS (Austismus-Spektrum-Störung) Betroffenen anders als bei Nichtbetroffenen.

In einer Studie mit 55 ASS und 15 ADHS Betroffenen stellte eine Forschungsgruppe in einer Publikation in Frontiers in Neuroscience signifikante Unterschiede zu 150 gleichaltrigen Nichtbetroffenen fest. Dabei wurden Differenzen in der elektrischen Aktivität der Retina (Netzhaut) bei einem Lichtreiz festgestellt. ASS Betroffenen zeigten weniger elektrische und ADHS Betroffene mehr elektrische Energie.

Dr. Paul Constable (Forscher an der Flinders University) sagt, die vorläufigen Ergebnisse seien vielversprechend für eine verbesserte Diagnose und Behandlung in der Zukunft.

«ASS und ADHS sind die häufigsten neurologischen Entwicklungsstörungen, die im Kindesalter diagnostiziert werden. Da sie aber oft ähnliche Merkmale aufweisen, kann die Diagnose beider Erkrankungen langwierig und kompliziert sein», sagt Dr. Constable.

«Unsere Forschung zielt darauf ab, dies zu verbessern. Indem wir erforschen, wie Signale in der Netzhaut auf Lichtreize reagieren, hoffen wir, genauere und frühere Diagnosen für verschiedene neurologische Entwicklungsstörungen zu entwickeln.

Wenn wir also diese Unterschiede identifizieren und sie auf bestimmte Bahnen lokalisieren können, die verschiedene chemische Signale nutzen, die auch im Gehirn verwendet werden, dann können wir deutliche Unterschiede bei Kindern mit ADHS und ASS und möglicherweise anderen neurologischen Entwicklungsstörungen aufzeigen.

Diese Studie liefert erste Beweise für neurophysiologische Veränderungen, die nicht nur ADHS und ASS von normal entwickelten Kindern unterscheiden, sondern auch Beweise dafür, dass sie anhand von biologischen Merkmalen voneinander unterschieden werden können.»

Artikel bei spektrum.de: https://www.spektrum.de/news/adhs-oder-autismus-diagnose-laesst-sich-an-den-augen-ablesen/2042068

«Wir wollen die Menschen kennen lernen, so wie sie sind»: Auch eine Chance für ADHS/ASS-Betroffene?

Die Swisscom geht einen neuen Weg bei der Rekrutierung von Lernenden: Nicht die Dossiers und die Noten stehen im Vordergrund, sondern die Individualität der angehenden Lernenden. 

Noten und Dossiers sind laut Swisscom schwer vergleichbar zwischen Kantonen, Schulen und auch Lehrpersonen. Auch die Bewerbungsdossiers sind sehr unterschiedlich erstellt worden: viele ohne Hilfe, viele aber auch mit starker Unterstützung von beispielsweise Lehrpersonen und Eltern.

Ab August rücken Noten und Dossiers in den Hintergrund: Die Anmeldung für eine Lehrstelle erfolgt auf der Swisscom-Homepage. Danach werden allgemeine Fragen und Fragen in einem Videointerview beantwortet. Die Antworten werden dann nach definierten Kriterien von mindestens zwei Personen unabhängig voneinander ausgewertet. Passende Bewerbende erhalten dann eine Einladung zum nächsten Schritt, dem «Next Day».

Das ist sicher ein sehr innovativer Prozess: Ich bin sehr gespannt, wie sich dieser etablieren wird. Ich hoffe aber auch, dass Bewerbende, welche vielleicht Mühe haben unter Zeitdruck Antworten zu geben bzw. passende Antworten zu finden, nicht frühzeitig «aussortiert» werden. Da denke ich vor allem an zukünftige Lernende mit ADHS, ASS (Autismus Spektrum Störung) oder auch einer Dyslexie. Daher wäre es interessant die Kriterien zu kennen, nach welchen selektiert wird.

Mehr Infos zu dem neuen Bewerbungsprozess der Swisscom gibt es in einem Video von Marc Marthaler (Leiter der Berufsbildung bei Swisscom) auf LinkedIn:
https://www.linkedin.com/posts/swisscomnews_neuer-bewerbungsprozess-für-lehrstellen-bei-activity-695...